„Welcome to Iran“ - Von Gastfreundschaft und Zelten auf Parkplätzen

Liebe Abenteurer:innen,

„welcome to Iran!“

So werden wir stets von allen Seiten freundlich und lauthals begrüßt, sobald wir Tabriz erreichen. Am Abend ist der Parkplatz des „El Goli“ Parks so voll, dass sich die Zelte sogar schon zwischen unseren Autos tummeln.

Unser iranischer Guide Sirous erklärt: „So reist man hier. Einfach einen Teppich oder ein Zelt auf dem Auto vom Dach und dann von Stadt zu Stadt.“ Tatsächlich sehen wir auf jedem Parkplatz, auf dem wir stehen, ein und dasselbe Zelt in allen Farbvarianten und Kombinationen.

Daneben liegen ganze Kleinfamilien auf ausgebreiteten Teppichen, nur mit einer Decke vom freien Himmel getrennt.

Kein Wunder, dass wir mit unseren Wohnmobilen dazwischen einiges an Aufsehen erregen. Sobald wir vor unserem Zuhause am Tisch sitzen bzw. klar ist, dass diese fahrenden Wohnhäuser zu uns gehören, bekommen wir viele Fragen gestellt, machen Fotos, zeigen, wie wir reisen, werden auf Tee oder sogar in das traute Heim in anderen Städten eingeladen.

Die Begrüßungen werden dabei nicht nur zu Fuß auf der Straße ausgesprochen, sondern auch nonverbal mit Lichthupen und Handzeichen von vorbeifahrenden Autos kundgegeben. Es macht den Eindruck, dass wir hier in der Tat herzlich willkommen sind.

In Tabriz besichtigen wir die Kabud- oder auch blaue Moschee, die heutzutage nur noch von innen betrachtet den Grund ihres Namens erahnen lässt. Sirous erklärt uns, dass es für die Langlebigkeit der bunten Kacheln besonders wichtig war, sie farblich voneinander getrennt zu brennen.

Von Tabriz fahren wir über Soltaniyeh, wo wir Sus Geburtstag feiern…

…zum Gebäudekomplex Takht-e-Soleyman. Hier befanden sich ehemals ein Feuertempel, Palast und Befestigungsanlagen um 400 – 600 n. Chr.

Auf dem Weg nach Teheran halten wir in Kermanshah, wo wir uns zwei beeindruckende Reliefs aus den Zeiten der Sassaniden (etwa 200 – 600 n. Chr.) anschauen.

Als nächstes Ziel steht die iranische Hauptstadt Teheran oder auch „Tehran“ auf dem Plan. Hier stehen wir bei dem Mausoleum „Imam Khomeini Schrein“. Wir erfahren, dass hinter der architektonischen Planung dieses Monuments viele Details stecken, zum Beispiel spiegelt die Höhe der Minaretten das Alter des Imams wider.

In Tehran besichtigen wir den Golestan Palast, der diverse Spiegelzimmer und Schätze aus alten Zeiten beherbergt.

An den Wänden des Hofes sehen wir Kacheln, die uns deutlich machen, warum das Brennen der einzelnen Farben sinnvoll ist: die bunten Ornamente und Bilder sind bereits nach etwa 250 Jahren verblasst, während die Kacheln der blauen Moschee noch ihre Leuchtkraft hatten, obwohl sie mehr als doppelt so alt sind.

In dem Palast gibt es mehrere „Spiegelzimmer“, die ihrem Namen alle Ehre machen. Die Wände sind übersät mit Spiegeln, die zu kunstvollen Ornamenten zusammengepuzzelt wurden.

Auf dem Weg in die Wüste machen wir Halt bei Kaschan und schauen uns den Fin-Garten an, der seit 2011 Teil des UNESCO Weltkulturerbes ist. Typisch für persische Gärten sind die Wasserbecken und -fontänen, die natürlich auch hier nicht fehlen.

In der Wüste angekommen, feiern wir bei einem gemeinsamen Grillen und Torte den Geburtstag einer Mitreisenden. Der Iran hat von Steinwüste über Sandwüsten bis zu Salzwüsten alles zu bieten.

Uns begegnen ein Wüstenfuchs und eine Wüstenmaus, teilweise leben in den Wüstengebieten jedoch sogar Leoparden und Streifenhyänen, die jedoch äußerst selten zu beobachten sind.

Nach einer Nacht in der Natur geht es weiter in die Millionenmetropole Esfahan (auch „Isfahan“). Hier verlässt uns unser Teammitglied Andrew und fliegt zurück nach Deutschland. Welche schönen Bauwerke wir hier bewundern, könnt ihr in unserem nächsten Bericht lesen.

 

„Khoda hafez“ (auf Wiedersehen)

Euer Team, Su, Jörn, Felix und Liv