Auf Wiedersehen Iran,  Сәлем Kasachstan!

Liebe Mitreisende,

unsere schöne Zeit im Iran ist leider zu Ende, aber wir dürfen den Abschiedsgruß wörtlich nehmen und freuen uns auf ein Wiedersehen im September, wenn wir den Süden Irans erkunden. Bis dahin behalten wir das Land mit seiner fantastischen Landschaft und den herzlichen Menschen in sehr guter Erinnerung. Dazwischen freuen wir uns auf die Steppe in Kasachstan, das Gebirge in Kirgistan, die Architektur in Usbekistan und das Pamirgebirge in Tadschikistan!

Aber noch sind wir im Iran. Genauer gesagt im Hafen am südlichen Ende des Kaspischen Meeres. Nach langem Ringen haben Sirous und Oleg es geschafft, dass wir die Wohnmobile selbst ins Hafengelände fahren konnten und nur Oleg die Fahrzeuge im Hafengelände bewegen durfte. Hierzu hat er die geballte Schlüsselmacht erhalten.

Auch für den iranischen Zoll sind wir Exoten und es bedarf einer gesonderten Handhabung. So fungiert z. B. unser Teamfahrzeug als Büro für die Zollabfertigung.

So sieht es aus, wenn ein Kellner im Iran eine Gruppe abkassiert. In diesem Fall musste der Kellner allerdings mehrmals zählen, da der Geldbetrag viel höher ausfiel, als er erwartet hatte. Der Grund hierfür lag an einem kleinen Irrtum…….

……. der vermeintliche Rechnungsbetrag von 32.549.080 Rial entpuppte sich letztendlich als Telefonnummer des Restaurants. Das kann bei den riesigen Beträgen schon mal passieren und hat zur großen Erheiterung sowohl bei den Gästen als auch beim Kellner geführt.

Nach zwei entspannten Nächten im Hotel geht es nach Kasachstan. Wir fliegen mit der iranischen Kishair von Gorgan nach Aktau. Am Flughafen erfahren wir einen kleinen Kulturschock. Dass wir von Persien nach Mittelasien reisen, zeigt sich nicht nur im asiatischen Äußerem, wir tauschen auch die iranische Gelassenheit gegen den kasachischen, etwas raueren Charme ein.

In Aktau erwartet uns Hitze und ein sehr schönes Hotel, in dem es sich durchaus ein paar Tagen aushalten lässt. Da wir aber nun einmal keine Urlauber, sondern Reisende sind, unternehmen wir zur Vermeidung eines Lagerkollers einige Ausflüge. Als erstes erkunden wir die unmittelbare Umgebung. Fußläufig erreichen wir die Promenade, den sogenannten Felsenpfad mit einem tollen Blick auf die Küste.

Da die Wohnmobil-Küche nicht dabei ist, bleibt uns nichts anderes übrig, als die örtlichen Restaurants auszuprobieren. Wie man sieht, bekommt uns das nicht schlecht.

Weiter geht es mit der Erkundigung von Aktau. Auf dem Weg zum Museum äußern Edwin und Max den Wunsch, einmal mit einem 70 Jahre alten Lastwagen zu fahren. Kurzerhand wird ein Tanklaster angehalten und beide dürfen mal hinters Lenkrad. Kleine Wünsche werden eben sofort erfüllt. Dass der Lastwagen wirklich 70 Jahre als ist, kann im Übrigen Sepp bestätigen. Er hat den Fahrer nämlich einen Tag zuvor auf dem Weg zur Promenade kennengelernt – Zufälle gibt es!

Im Museum lernen wir einiges über die Geschichte Kasachstans und die ehemalige Sowjetunion. Wie es eine Schallplatte von Modern Talking in das Museum geschafft hat, bleibt wohl das Geheimnis von Dieter Bohlen.

Unsere Kreise vergrößern sich und wir fahren ins Torysh-Tal, in das sogenannte Tal der Bälle. Wissenschaftler untersuchen diese Steine seit mehr als 250 Jahren, kommen aber zu keiner gemeinsamen Meinung. Einige von den Expert*innen sagen, dass es sich um Mineralformationen handelt, andere, dass die Kugeln aus den Überresten kleiner Organismen gebildet wurden, die in den Reservoiren lebten. Wie auch immer, der Anblick ist einzigartig.

Unser nächster Stopp ist der Strand. Das Wasser ist erstaunlich erfrischend, was allerdings angesichts der sehr hohen Lufttemperatur nicht weiter verwunderlich ist.

Bei der kasachischen Landschaft bietet sich natürlich ein 4×4-Ausflug an. Wir mieten Jeeps und erkunden die erstaunlich abwechslungsreiche Steppe. Unterwegs dürfen wird eine ganz besondere Rarität besichtigen, die man nur mit Jeeps erreichen kann und nur Ortskundige finden. Die unterirdische Moschee ist auf Grund der sehr hohen Temperaturen im Sommer ein angenehmer Ort. Entstanden ist sie aus einem Mangel an Baustoff. Hier wachsen nur wenige Pflanzen, die meist kaum größer als eine Büchse sind. So stand klassischer Baustoff in Form von Holz nicht zur Verfügung.
Im Gegensatz zu den Außentemperaturen herrschte in der Moschee auf jeden Fall eine sehr angenehme Temperatur.

Endlich ist es so weit. Die Wohnmobile sind verladen und über das Kaspische Meer auf dem Weg zu uns nach Kasachstan unterwegs! Zu unserer freudigen Überraschung wurden die Wohnmobile doch nicht mithilfe eines Krans verladen. Auf einer von Oleg selbst konstruierten Rampe können die Autos nun doch mittels einer kreativen RoRo-Variante (Roll On/Roll Off-Verfahren) verladen werden.

Nächste Woche geht es weiter durch die Steppe Kasachstans. Uns erwartet das große weite Nichts und wir freuen uns darauf! Bis dahin haben wir auch mehr über die Mentalität der Kasachen erfahren und können euch eine erste Einschätzung geben.

Euer Abenteuerosten-Team Dima, Donat, Tsyren und Ines